Blindes Vertrauen in die Technik

Am 21. März 2009 streifte ein Airbus der Emirates beim Start in Melbourne den Boden. Rauchentwicklung in der Kabine, Ablassen von rund 100 Tonnen Kerosin über dem Meer mit anschliessender Notlandung war nebst den 257 geschockten Passagieren die Folge. Der Grund: Die Piloten hatten als Startgewicht 260 statt 360 Tonnen in den Bordcomputer eingegeben, deshalb wurde viel zu wenig Schub entwickelt und die Maschine kam am Ende der Piste fast nicht hoch.

Am 25. Februar 2009 stürzte eine Boeing der Turkish Airlines beim Landeanflug auf Schiphol (AMS) ab, 9 von 135 Insassen kamen ums Leben. Ein defekter Höhenmesser hat das Flugzeugunglück ausgelöst. Auf einer Flughöhe von 700 Metern hat der linke Höhenmesser minus drei Meter angezeigt. Die Fehlanzeige des Höhenmeters hat sich auf das automatische Schubsystem des bei der Landung eingeschalteten Auto-Piloten ausgewirkt. Das Flugzeug hat deshalb im Sinkflug so reagiert, als wäre es nur noch ein paar Meter über dem Boden und den Schub auf ein Minimum reduziert.

Beiden Unfällen ist gemeinsam: Bei manueller Steuerung wären sie nicht passiert, und einfachste Plausibilitätstests in der Software der doch hochentwickelten Autopiloten hätten sie auch verhindert.

Die Luftfahrtindustrie, welche blind auf die Technik setzt, will nun der gesamten Weltbevölkerung elektronische Pässe unterjubeln, um beim Check-in durch automatische Passkontrollen etwas Geld sparen zu können.

Im Gegensatz zur Flugzeugtechnik ist aber die Passtechnologie alles andere als ausgereift. Die Gültigkeitsdauer von nur 5 Jahren, welche viele Staaten vorsehen, rürt daher, weil niemand sagen kann, ob diese Pässe überhaupt 10 Jahre halten. Aufgrund der wenig entwickelten und unerprobten Technologie werden gravierende Probleme nicht ausbleiben. Am 5. Mai 2009 etwa berichtete der Tagesanzeiger, dass gemäss eines unter Verschluss gehaltenden Berichts des Bakoms Lesegeräte bis auf 500 Meter abgehört werden können, und in der Basler Zeitung war zu lesen, dass das BAC-Protokoll innert Stunden geknackt ist (gemäss fedpol in 300 Jahren...).

Mit einem Nein am 17. Mai zum Zwang zu biometrischen Ausweisen kann in der Schweiz weiterhin jedermann selbst bestimmen, ob er das Abenteuer biometrischer Ausweis eingehen will oder nicht.